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Studie

Vom Leben und Überleben - Wege nach Ravensbrück.
Das Frauenkonzentrationslager in der Erinnerung

PDF Inhaltsaverzeichniss Band 1Inhaltsverzeichniss Band 1: Dokumentation und Analyse
PDF Inhaltsaverzeichniss Band 2Inhaltsverzeichniss Band 2: Lebenserinnerungen

Das „Frauenkonzentrationslager Ravensbrück” - eine von vielen Stätten des Grauens der nationalsozialistischen Herrschaft - lag 80 km nördlich von Berlin. Rund 130.000 Frauen aus vielen Nationen Europas wurden dorthin deportiert, gequält, gedemütigt, ausgebeutet und viele von ihnen ermordet. So auch viele Österreicherinnen. Für sie, die einen Teil ihres damals jungen Lebens im Konzentrationslager verbringen mussten, ist Ravensbrück auch nach einem halben Jahrhundert der Befreiung noch sehr lebendig. Und auch wenn manche von ihnen das Erfahrene vergessen wollten - die Erinnerungen, die inneren Bilder ließen sich nicht auslöschen.

  Helga Amesberger und Brigitte Halbmayr haben in mehrjähriger Arbeit die Lebensgeschichten von 42 österreichischen Überlebenden aufgezeichnet, analysiert und dokumentiert.

Ergebnis der Arbeit ist zum einen eine wissenschaftliche Aufbereitung der erzählten Erinnerungen, zum anderen eine Zusammenstellung der Biographien der Frauen, angereichert mit Bild- und Dokumentationsmaterial. Mit diesen beiden Bänden liegt erstmals eine umfassende Analyse und Dokumentation österreichischer Überlebender des Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück vor. Den interviewten Frauen ist das Überleben des Konzentrationslagers Ravensbrück gemein - ihre Lebensgeschichten sind jedoch denkbar unterschiedlich.

Das Leiden durch den nationalsozialistischen Terror ist zentraler Bestandteil der Lebensgeschichten, dennoch haben die Frauen auch davor und danach eine Geschichte. Diese Geschichte wurde in den bisherigen zeitgeschichtlichen Studien meist außer Acht gelassen oder nur am Rande thematisiert. Im Mittelpunkt des ersten Bandes steht daher eine vergleichende Analyse dieser Unterschiede in der Sozialisation, in der Verfolgungsgeschichte und in den „Verarbeitungsstrategien” - jeweils eingebettet in den historischen gesellschaftspolitischen und sozioökonomischen Kontext.

Neu an der vorliegenden Studie ist auch, dass sich die Interviews und Analysen nicht auf eine Opfergruppe beschränkten. Damit werden Einblicke in die Frauengeschichte von Verfolgtengruppen ermöglicht, die bislang nicht im Mittelpunkt der historischen Forschung und des öffentlichen Interesses standen, wie etwa Roma und Sinti, die wegen sogenannter „Rassenschande” Verfolgten oder die ZeugInnen Jehovas. Durch die Einbeziehung unterschiedlicher Opfergruppen wird auch die Vielfalt der Verfolgungsgründe sichtbar.
Die nationalsozialistische „Taxonomie der Farben” und die rassistische Bewertung von Nationalitäten beeinflussten nicht nur die Chancen zum Überleben, sondern auch das Leben nach 1945 und den Umgang mit der eigenen Geschichte.
Nur wenige Frauen wagten mit einer Autobiographie den Schritt an die Öffentlichkeit. Mit der Zusammenstellung der Biographien (Band 2) ist es gelungen, die Erfahrungen von bislang in der Öffentlichkeit wenig bekannten Frauen, deren bewegte Geschichte und oft unfassbares Leid sichtbar zu machen und vor dem Vergessen zu bewahren bzw. für die Nachwelt zu erhalten. Zudem ist im Bewusstsein vieler junger Menschen nach wie vor kaum verankert, dass auch Frauen und Kinder Betroffene und Leidtragende des NS-Vernichtungsapparates waren.

„Niemals vergessen!” ist ein Aufruf, der nicht an die Tausenden Verfolgten des Nationalsozialismus gerichtet sein kann. Sie können ohnehin nicht vergessen. Und viele, die Jahrzehnte lang verdrängt und geschwiegen haben, haben nun im Alter die Hoffnung, dass ihre Geschichte wahrgenommen wird, dass ihre Erfahrungen mit Verfolgung und Unterdrückung weitergetragen, den nächsten Generationen überliefert werden.
Die Autorinnen dieses Buches haben diese Hoffnung mit ihrer Arbeit ein stückweit erfüllt. Das Buch ist ein wichtiger Beitrag zur österreichischen Zeit- und Frauengeschichte.


Buchcover
Band1 & Band 2

Buchcover Band 1 Buchcover Band 2
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